Mit ‘Schwangerschaft’ getaggte Artikel

3D-Ultraschall und pränatale Feindiagnostik

Sonntag, 27. Juni 2010

Viele werdende Eltern sind fasziniert von der Möglichkeit, über einen 3D-Ultraschall noch vor der Geburt ihres Kindes Fotos fürs Familienalbum zu bekommen. Gelungene 3D-Ultraschallbilder können tatsächlich beeindruckend sein. Die Dreidimensionalität entspricht eben unseren Sehgewohnheiten. Sind herkömmliche Ultraschallbilder für medizinische Laien oft nur ein graugraues Rätsel, lassen sich auf einem guten 3D-Bild körperliche Details erstaunlich genau erkennen.

Wer Interesse an einem 3D-Ultraschall hat, sollte Folgendes bedenken: Der dreidimensionale Ultraschall hat keine höhere Auflösung und ist nicht genauer als eine zweidimensionale Sonografie. Geht es um eine differenzierte Diagnostik wird der 3D-Ultraschall nur ergänzend eingesetzt. Für einen erfahrenen Arzt ist ein „normaler“ Ultraschall aussagekräftiger.

Für alle Eltern, die eine möglichst umfangreiche Ultraschalluntersuchung ihres ungeborenen Kindes wünschen, ist die pränatale Feindiagnostik (DEGUM 2) zwischen der 20. und 22. Schwangerschaftswoche einem reinen 3D-Fotoshooting vorzuziehen.

Weitere Informationen: 3D-Ultraschall, Feindiagnostik

Neues Gemini-CTG: Digital und zwillingstauglich

Montag, 24. Mai 2010

Ein wichtiger Schwerpunkt unserer Praxis ist die Betreuung von Mutter und Kind während der Schwangerschaft. Medizintechnisches Herzstück unserer Mutterschaftsvorsorge ist ein hochentwickeltes Ultraschallgerät, das durch seine besondere Bildqualität eine differenzierte vorgeburtliche Diagnostik ermöglicht.

Nun haben wir in einem weiteren Bereich der Schwangerenbetreuung in moderne Technik investiert: Ein neuer digitaler Cardiotokograph (CTG), ein Herztonwehenschreiber mit Farbdisplay und hochempfindlichen Ultraschallsonden sorgt für eine verbesserte Aufnahmequalität der kindlichen Herztöne und einer möglichen Wehentätigkeit. Die Daten können direkt in die Karteikarte der Patientin übertragen werden. Das umständliche Einscannen der auf Papier gedruckten Kurven entfällt.

Weiteres Plus unseres neuen CTG: Es handelt sich um ein sogenanntes Gemini-Gerät. Es ist also zwillingstauglich! Zwei verschiedene Herzfrequenzen können gleichzeitig überwacht und aufgezeichnet werden. Eine gute Nachricht für unsere werdenden Zwillingsmütter. Die anstrengende Verweildauer am CTG reduziert sich damit genau auf die Hälfte, von rund 40 auf 20 Minuten.

Ultraschall: Was bedeutet DEGUM?

Sonntag, 07. Februar 2010

Wenn von Ultraschalluntersuchungen die Rede ist, taucht häufig der etwas rätselhafte Begriff „DEGUM“ auf. Oft allerdings ohne weitere Erklärung. Das ändern wir jetzt: Was also bedeuten DEGUM I, II und III?

Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (= DEGUM) hat die Ultraschalldiagnostik in drei Stufen unterteilt. Jede Stufe setzt eine besondere Qualifikation des Untersuchers voraus. Zusätzlich muss das Ultraschallgerät festgelegte technische Anforderungen erfüllen.

Für die Ultraschalldiagnostik während der Schwangerschaft bedeutet das folgendes:

Stufe I: Die Ultraschall-Diagnostik der Stufe I umfasst lediglich die Beurteilung der Gebärmutter, der Fruchtwassermenge und der Plazenta sowie die Einschätzung der Größenentwicklung des ungeborenen Kindes. Sogenannte Hinweiszeichen werden genutzt, um Entwicklungsstörungen zu erkennen und eine weitere Abklärung zu veranlassen.

Stufe II: Bei der DEGUM-Stufe II werden deutlich erhöhte Anforderungen an die Qualifikation des Arztes und an die Gerätetechnologie gestellt. Es wird eine mehrjährige Erfahrung mit der Methode vorausgesetzt, zwei Untersuchungssysteme sollten vorhanden sein und die Möglichkeit der Videodokumentation zur Verfügung stehen. Außerdem wird Vertrautheit mit den wichtigsten krankhaften Befunden und ihrer Beurteilung erwartet. Bietet eine gynäkologische Praxis einen feindiagnostischen Organultraschall bzw. eine fetale Missbildungsdiagnostik oder Fehlbildungsdiagnostik an, muss die DEGUM II-Qualifikation nachgewiesen werden.

Stufe III: Untersuchungen der Stufe III werden in hoch spezialisierten Kliniken oder Praxen durchgeführt, die häufig auch über die Möglichkeit weiterer invasiver Diagnostik (z.B. Fruchtwasserpunktion oder Chorionzottenbiopsie) verfügen.

Weitere Informationen: DEGUM-Feindiagnostik

Ultraschalldiagnostik: NT-Messung und Ersttrimester-Screening

Freitag, 18. Dezember 2009

nt_kleinSeit etwa 25 Jahren werden Ultraschalluntersuchungen routinemäßig bei der Schwangerenbetreuung durchgeführt. In dieser Zeit gab es eine rasante technische Entwicklung und die Möglichkeiten der pränatalen Ultraschalldiagnostik sind aus der modernen Medizin nicht mehr wegzudenken. Längst lässt sich per Ultraschall mehr erkennen als Größe, Lage und Geschlecht des Kindes.

Zu den wichtigsten Untersuchungen im Rahmen der pränatalen Diagnostik gehört die Nackentransparenzmessung, bzw. das Ersttrimester-Screening. Sie wird zwischen der 12. und 14. Schwangerschaftswoche durchgeführt und gibt neben einer Prognose für das Down-Syndrom wichtige Hinweise auf schwerwiegende, nicht chromosomale Veränderungen wie z.B. auf einen Herzfehler. Mit Hilfe des Erstrimester-Screenings wird das individuelle Risiko für eine genetische Erkrankung des Kindes mit einer Sicherheit von etwa 90% festgestellt. Ein völliger Ausschluss von Erbgutschäden lässt sich allerdings nur durch invasive Verfahren wie die Chorionzottenbiopsie oder Fruchtwasserpunktion (Amniozentese) erreichen, die jedoch risikoreicher für das Baby sind.

Für Schwangere, die sich überlegen, eine Fruchtwasserpunktion durchführen zu lassen, weil sie sich z.B. aufgrund ihres Alters verstärkt Sorgen um die Gesundheit ihres Kindes machen, kann das Ersttrimester-Screening eine wichtige Entscheidungshilfe sein. In den meisten Fällen trägt die Untersuchung dazu bei, dass die werdenden Eltern den weiteren Schwangerschaftsverlauf beruhigt und erleichtert erleben können.

In unserer Praxis bieten wir die NT-Messung als Selbstzahlerleistung an.

Weitere Informationen: NT Messung

Schönheits-OP: “Mommy makeover”

Freitag, 11. September 2009

c2a9istockphotocom_ulzana

Kennen Sie „Mommy makeover“?
„Mommy makeover“ bezeichnet eine Schönheitsoperation, bei der – im Kombipack – die körperlichen Spuren von Schwangerschaft und Geburt beseitigt werden. “Get your pre-baby-body back!” – so der Werbeslogan der OP-Branche.  “Alles wie vorher” also.

Zum chirurgischen All-inclusive-Angebot für junge Mütter gehören eine Fettabsaugung, eine Bauch- und Bruststraffung sowie eine operative Verengung der durch die Geburt geweiteten Vagina.

Es mag viele Frauen geben, die sich nach Schwangerschaft und Geburt nur schwer mit den Veränderungen ihres Körpers abfinden können. Der Kummer über Schwangerschaftsstreifen und einen erschlafften Bauch ist verständlich.

Dennoch: Ein Begriff wie „Mommy makeover“ und das Angebot einer vollständigen Beseitigung von „Mutterschaftsspuren“ macht ärgerlich. Schwangerschaft, Geburt und Stillen gehören zum Leben. Die Fähigkeit, ein Kind zu gebären, ist eine ungeheure Potenz. Das existenzielle Erlebnis der Mutterschaft bleibt nicht ohne Spuren – seelisch wie körperlich. Wie sollte es auch?

Ernsthaft betrachtet ist „Mommy makeover“ nicht nur ein flapsiger Marketingbegriff, er ist auch zynisch und frauenverachtend. „Mommy makeover“? Never!

(Foto: istockphotocom_ulzana)

Das “Hallo-da-bist-du-ja-Lächeln”

Mittwoch, 28. Januar 2009

Eigentlich finde ich allzu schlichte Lebensweisheiten immer ein bisschen nervig. Auf gute Ratschläge wie „Denk positiv!“ und „Du musst das Leben nehmen wie es ist!“ reagiere ich geradezu allergisch. Manchmal allerdings gibt es kleine Erkenntnisse, die in ihrer Einfachheit zwar kitschig sind, aber trotzdem gut tun.

Ich denke da an eine Beobachtung bei meiner Arbeit in der Praxis. Die Frauen, die bei der Schwangerenvorsorge am CTG das erste Mal die Herztöne ihres Babys hören, freuen sich immer sehr. Ihr Lächeln ist ein ganz besonderes Lächeln, ein „Hallo-da-bist-du-ja-Lächeln“, „Schön, dass es dir gut geht!“.
Ich habe mir vorgenommen, in diesen Momenten das Hamsterrad der Alltagsarbeit mal anzuhalten und an dem Lächeln bewusst teilzuhaben. Hin und wieder sind schlichte Erkenntnisse gar nicht so verkehrt.


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