Mit ‘Qualitätsmanagement’ getaggte Artikel

Qualitätsmanagement: Ein Bund fürs Leben

Dienstag, 20. April 2010

Ups! Jahrestag verpasst! Wie die Zeit vergeht …

Seit einem Jahr (und 6 Tagen) ist unsere Praxis nun als qualitätsgemanagter Betrieb zertifiziert. Da hätte man natürlich mit einem Blogbeitrag punktgenau landen müssen. Chance vertan. Pech g’hätt.

Doch genauer betrachtet, hat diese kleine Verspätung natürlich eine tiefere Bedeutung. Was sind schon Jahrestage? Unwichtiger Plunder der Weltgeschichte, unnötiger Datenmüll auf der Festplatte. Entscheidend sind in unserem Fall schließlich die Aufgaben und Verpflichtungen, die sich aus einer Zertifizierung ergeben: weiterer Ausbau des Qualitätsmanagements, regelmäßige Überprüfung und – alle drei Jahre – die Rezertifizierung.

Flapsig ausgedrückt: QM wird man nicht los. Blumig ausgedrückt: Ist die Zertifizierung das Ja-Wort, wird das Qualitätsmanagement (fast) zum Bund fürs Leben. Eine echte Beziehungskiste - voller Aufgaben. Da kann man schon mal einen Jahrestag vergessen.

Wartezeiten: Terminmanagement und der “Faktor Mensch”

Mittwoch, 22. April 2009

wartezimmer_in
Sprechen wir mal über was Ernstes: Sprechen wir über die Wartezeit in einer Arztpraxis. Lange Wartezeiten sind ja immer ein Ärgernis. Am besten, man vermeidet sie. „Einfache Sache“, könnte man denken. „Alles eine Frage der Organisation.“
Stimmt!
Theoretisch.

Unser Terminmanagement ist wohl überlegt. Wir haben Vorsorgetermine, Nottermine, Online-Termine, Termine für Schwangere, Termine für besonders zeitaufwendige Untersuchungen und Pufferzeiten. So weit so gut. Der Blick in einen ordentlich vorbereiteten – aber noch leeren – Kalender ist eine wahre Freude.

In der alltäglichen Praxis allerdings erweist sich die gut durchdachte Terminplanung schnell als Rechnung mit vielen Unbekannten. Mathematisch gesehen, ist der „Faktor Mensch“ eine ganz schön variable Größe! Da halten sich Babys nicht an errechnete Entbindungstermine, Schwangerschaften entstehen ohne langfristige Terminvereinbarungen und Notfälle sind prinzipiell nicht planbar. Darüber hinaus sind Zykluszeiten zu beachten, Arbeits- und Urlaubszeiten, Fahrpläne und Kinderbetreuung und - nicht zuletzt - medizinische Notwendigkeiten. Bei soviel „Mensch“ kommt jedes Terminmanagement an seine Grenzen!

In diesem Zusammenhang lohnt sich ein Blick über den Tellerrand: Laut Statistik beträgt die durchschnittliche Wartezeit in einer gynäkologischen Praxis 24 Minuten. Manchmal liegen wir darunter, manchmal aber auch darüber. Glücksache eben – trotz aller Planung. Der „Faktor Mensch“ ist ziemlich unberechenbar!

Uff! Qualitätsmanagement-Zertifizierung erreicht

Sonntag, 22. März 2009

Ein Supergefühl: Das Projekt Zertifizierung ist erfolgreich abgeschlossen! In allen Bereichen der Praxisabläufe haben wir ein funktionierendes Qualitätsmanagement aufgebaut. Die Zertifizierung ist nun das offizielle Prüfsiegel – zuerkannt mit der vollen Punktzahl, ein “Sehr gut” also. Ein tolles Lob und ein echter Motivationskick für die Zukunft!

Eine sehr positive Rückmeldung haben wir auch zur allgemeinen Praxisatmosphäre und zum Betriebsklima bekommen. Über diese Einschätzung haben wir uns besonders gefreut. Es ist ein gutes Zeichen, wenn sich die Qualität einer Praxis auch in den Bereichen zeigt, die mit Checklisten und Regelungen nicht zu managen sind.

QM - ZERTIFIZIERT !!!

Samstag, 21. März 2009

Wir haben es endlich geschafft. Genau zum Frühlingsanfang am 20.03. haben wir die QualitätsManagement-Zertifizierung erreicht. Nach langer Anstrengung aller Beteiligten und unzähligen Besprechungen wurde uns von der Prüferin bestätigt, dass unsere langjährige Praxisentwicklung richtig und zukunftsweisend ist.

Vielen Dank an meine Mitarbeiterinnen, die unter der Führung von Fr. Franke ihren nicht geringen Beitrag zum Erfolg gebracht haben.

Die Zertifizierung ist für uns Ansporn, die Qualität der Praxis auf allen Ebenen nicht nur halten, sondern in der Zukunft gemeinsam weiterhin kontinuierlich zu steigern.

Text:  Paul Dostal

Fantasie in QM

Samstag, 14. März 2009

katzeEndlich sind wir - in Sachen QM (= Qualitätsmangement) - in die Zielgerade eingebogen. Der Tag unserer Zertifizierung als qualitätsgemanagte Praxis naht. Die Medikamente sind hinter Schloss und Riegel, alle Steckdosen haben eine Kindersicherung, die Hausaufgaben sind erledigt. Ein letztes Meeting noch, die Stimmung im Team ist gut: „Yes, we can!“

Ich selbst bin mittlerweile ein wenig aufgeregt. Einige Male schon haben mich wirre QM-Fantasien im Schlaf gestört. Zunehmend beobachte ich eine besorgniserregende Vermischung von Arbeitsalltag und Privatleben.

Sollte ich nicht einen schriftlichen Futterplan für unsere übergewichtige Katze erstellen? „Wer hat wann, was und wie viel gefüttert? Bitte namentlich abzeichnen!“ Vor einigen Tagen war kein Maggi mehr im Haus. Ein Fall fürs Fehlermanagement! Hygienepläne im Badezimmer? Her damit! Arbeitsanweisungen in der Küche? Durchaus denkbar! Eine Regelung für telefonische Anfragen? Längst überfällig!

Teamsitzungen, Regelungen, Ablaufbeschreibungen, Leitbild, Checklisten … Huch, mir wird so schwindelig! Zertifizieren, visitieren, dokumentieren, optimieren … Was ist das alles so qualifiziert hier! Mein Gott, wo bin ich da nur reingeraten???

Schredder mit Partikelschnitt

Montag, 16. Februar 2009

Seitdem wir unsere Qualität managen – zielgerichtet, erfolgsorientiert und zertifizierungswürdig – haben wir (abgesehen von den neubezogenen lila Liegen, den Leitzordnern mit den dokumentierten Arbeitsabläufen, der Augenschutzbrille, dem Fluchtwegschild und dem Feuerlöscher-Hinweisschild …) auch einen neuen Schredder. Das ist mein kleiner Liebling. Ich mag ihn, weil er mir so nett aus der Hand frisst.

 

Außerdem ist er nicht irgendeine Art Papierkorb, der alle brisanten Unterlagen in Streifen schneidet und lediglich mittelschwere Puzzels produziert. Unser Schredder beherrscht den „Partikelschnitt“! Das muss ihm erstmal einer nachmachen! Er schneidet nicht nur längs sondern auch quer. Seine Arbeitsleistung entspricht der Sicherheitsstufe 4. Dermaßen geadelt werden nur Schredder, deren Schnipsel nicht länger als 15 mm und nicht breiter als 2 mm sind. Das nenne ich klare Regeln. Da weiß man doch, woran man ist.

 

Statt Schredder zu füttern, könnten wir uns auch einer der vielen Entsorgungsfirmen anvertrauen. In diesem Fall wären aber dringend einige Fragen zu klären: Haben die überhaupt zugriffssichere Behälter und Spezialfahrzeuge? Führen sie die Aktenvernichtung gemäß Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) und DIN 32757-1 durch? Und – ganz wichtig – wird das auch lückenlos dokumentiert? Kurzum: Sind die überhaupt zertifiziert???

qualitätsmanagementkompatibel

Dienstag, 10. Februar 2009

 

Ja, das Qualitätsmanagement hat uns fest im Griff. Den einen oder anderen Auswuchs der Bürokratie muss man mit Humor nehmen. Wie gut, dass wir unseren Blog haben!

Ernsthaft betrachtet ist Qualitätsmanagement in einer Arztpraxis natürlich eine Selbstverständlichkeit. Wir alle wollen eine optimale medizinische, menschliche und organisatorische Betreuung der Patientinnen. Das ist eine klare Sache.

Neu beim Thema Qualitätsmanagement: Wir lassen unsere Praxis zertifizieren. Dafür müssen wir unsere Qualitätssicherung dokumentieren und für andere überprüfbar machen. Sonst könnte ja jeder kommen. Das Zertifikat ist eine offizielle Angelegenheit, geregelt und bürokratisch - ohne eine Batterie von Leitz-Ordnern nicht zu bewältigen. Der Grundgedanke des Qualitätsmanagements geht im Papierstapel der Regelungen leicht verloren.

Aber sehen wir es positiv: Die neuen lila Liegen im CTG-Zimmer  - qualitätsmanagementkompatibel und hygieneregelungskonform  – sind der Knaller!

Kuh Elsa

Montag, 09. Februar 2009

Dass kleine Dinge Ursache für große Ereignisse werden können, ist bekannt. Wie die Kuh Elsa in dem berühmten Sketch von Didi Hallervorden, die auf tragische Weise verstorben ist. Was danach folgte, kennen wir alle.  Das Ergebnis war die völlige Zerstörung von Hof und Familie und der  bis zu diesem Zeitpunkt funktionierenden sozialen Strukturen im Schloss.

Auch in der Praxis haben wir eine Neuigkeit zu melden. Unsere Liegen im CTG-Zimmer, in dem die Herztöne der zukünftigen Beitragszahler den Raum mit fröhlichem Pochen erfüllen, wurden neu bezogen. Aber nicht weil sie so kaputt und durchgescheuert wären. Nein – wir haben auf einer Hygienefortbildung teilgenommen. Dabei wurden unsere Liegen als völlig ungeeignet und als mögliche Brutstätte der übelsten Bakterien und Parasiten bezeichnet.

Und jetzt kommt die Kausalkette (ähnlich der Kuh Elsa) ins Spiel. Die Liegen muss man neu beziehen, damit die Hygienevorschriften erfüllt werden. Dazu gehört eine verstärkte und regelmäßige Oberflächendesinfektion.  Das nicht genug: Jeder Schritt muss schriftlich dokumentiert werden mit Unterschrift und Angabe der Uhrzeit – und das in unserer Praxis, wo wir bereits vor 6 Jahren auf den ganzen Papierkram verzichtet haben! Jetzt müssen wir uns neue Ordner anschaffen und sie in einem neuen - abschließbaren - Schrank aufbewahren (5 oder 10 Jahre ? – jetzt weiß ich es nicht).

Aber es geht noch weiter: Ähnlich der Kuh Elsa breitet sich das Unglück unaufhaltsam weiter und zieht neue Kreise. Die Hygienevorschriften sind nur ein Teil vom Qualitätsmanagement. Unser Personal bekommt neue Schuhe mit Fersenriemchen, damit die Mitarbeiterinnen nicht ausrutschen. Die Temperatur im Kühlschrank wird elektronisch überwacht und – was denn sonst – in einem Buch eingetragen, das abgeschlossen wird. Alle Fehlleistungen werden besprochen, dokumentiert und - Sie ahnen es schon – abgesperrt.

Die Pointe der Geschichte: Die alten Sozial- und Arbeitstrukturen werden aufgebrochen und neu sortiert. Jetzt bin ich mir nicht sicher, ob unsere Geschichte mehr mit der Kuh Elsa und der völligen Zerstörung zu tun hat oder mit dem Vogel Phoenix, der aus der Asche neu erstanden ist.

Aber eins ist sicher – es gibt viele Firmen, die am Qualitätsmanagement gut verdienen und wir müssen das ganze bezahlen!

Text: Paul Dostal

Kuh Elsa mit Didi Hallervorden


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